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Prag gehört zu den Städten, bei denen der Reisetermin über den Preis entscheidet. Dasselbe Hotelzimmer kostet im Februar oft nur die Hälfte von dem, was im Advent verlangt wird, und auch Bahn, Bus und Restaurants folgen dem Kalender. Wer den Termin klug wählt, spart bei einem verlängerten Wochenende schnell einen dreistelligen Betrag, ohne auf irgendetwas zu verzichten.
Die günstigsten Monate
Am niedrigsten sind die Preise von Januar bis März und im November, sobald die Herbstferien vorbei sind und der Advent noch nicht begonnen hat. In dieser Zeit sind die Hotels nur zum Teil ausgelastet, die Altstadt ist leer und man bekommt an der Karlsbrücke tatsächlich ein Foto ohne fremde Köpfe darauf.
Der Preis dafür ist das Wetter. Der Prager Winter ist grau, oft nasskalt und die Tage sind kurz. Wer damit leben kann, erlebt die Stadt so, wie sie die Einheimischen kennen, mit Kaffeehäusern statt Terrassen und beleuchteten Gassen ab vier Uhr nachmittags. Für Museen, Konzerte, Bierkeller und gutes Essen ist der Winter ohnehin die bessere Jahreszeit.
Die teuersten Termine, die man kennen sollte
Am tiefsten greift man von Ende November bis Anfang Januar in die Tasche. Die Adventsmärkte auf dem Altstädter Ring ziehen Besucher aus ganz Europa an, Silvester ist in Prag ein eigenes Geschäft, und die Hotelpreise steigen entsprechend. Ähnlich sieht es zu Ostern aus, an langen Wochenenden mit deutschen Feiertagen und in den Monaten Mai, Juni und September, die als die schönsten Reisemonate gelten und deshalb am stärksten gebucht sind.
Der Hochsommer ist übrigens nicht die teuerste Zeit. Im Juli und August ist Prag voll, aber die Preise liegen meist unter denen des Frühlings, weil viele Europäer dann eher ans Meer fahren als in eine Großstadt.
Wochentag schlägt Wochenende
Ein Punkt, den viele übersehen. Prag ist ein klassisches Wochenendziel, deshalb kosten die Nächte von Freitag auf Sonntag am meisten. Wer von Sonntag bis Donnerstag anreist, zahlt für dasselbe Zimmer oft deutlich weniger und hat die Sehenswürdigkeiten dazu noch ruhiger.
Wer flexibel ist, legt den Kurztrip also auf Montag bis Mittwoch. Wer nur am Wochenende kann, sollte zumindest die Sonntagnacht anhängen, die in der Regel günstiger ist als die Samstagnacht.
Günstig hinkommen
Aus Deutschland führen drei Wege nach Prag, und alle drei lassen sich mit etwas Vorlauf günstig buchen.
Bahn. Von Berlin und Dresden fahren die EC-Züge direkt in die Prager Innenstadt, von Berlin in gut vier Stunden. Mit dem Sparpreis der Deutschen Bahn ist die Fahrt bei frühzeitiger Buchung ausgesprochen günstig, allerdings zuggebunden. Aus München und Nürnberg ist die Verbindung etwas umständlicher, oft mit Umstieg oder Busanteil, dafür ebenfalls preiswert.
Fernbus. FlixBus und der tschechische Anbieter RegioJet fahren aus zahlreichen deutschen Städten nach Prag und sind meist die günstigste Variante überhaupt. Die Fahrt dauert länger als mit der Bahn, dafür sitzt man bequem, hat WLAN und Steckdose.
Auto. Für Familien und Gruppen ist das Auto oft am günstigsten, weil sich die Kosten teilen. Wichtig ist nur die tschechische Vignette, die es ausschließlich elektronisch gibt und die man vor der Abfahrt online für das Kennzeichen kauft. Eine Zehn-Tages-Vignette reicht für ein verlängertes Wochenende.
Beim Hotel entscheidet die Lage, nicht nur der Termin
Die Übernachtung ist der größte Posten im Reisebudget, und hier lohnt es sich, nicht nur auf den Kalender zu schauen, sondern auf die Lage.
Hotels direkt in der Altstadt sind in jeder Saison am teuersten, und man bekommt für den Preis oft weniger, als man erwartet. Kleine Zimmer, Lärm bis spät in die Nacht und keine Möglichkeit, das Auto irgendwo abzustellen. Deutlich mehr fürs Geld bieten Häuser außerhalb des Zentrums, etwa das Hotel Golf im Westen der Stadt, das über einen eigenen Parkplatz und eine Straßenbahnhaltestelle vor der Tür verfügt. Für denselben Betrag gibt es dort ein größeres Zimmer, Ruhe am Abend und einen Stellplatz, für den man in der Innenstadt extra zahlen würde. Ins Zentrum fährt man mit der Tram in etwa einer Viertelstunde, und das Ticket kostet einen Bruchteil einer Taxifahrt.
Wer Termin und Lage kombiniert, also zum Beispiel im Februar von Montag bis Mittwoch außerhalb des Zentrums übernachtet, kommt auf einen Preis, der in Deutschland kaum für eine Nacht reichen würde.
Vor Ort sparen, ohne zu verzichten
Ein paar Dinge gelten unabhängig vom Reisetermin. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Prag im Vergleich zu deutschen Städten sehr günstig, ein Ticket für 24 oder 72 Stunden lohnt sich fast immer. Geld tauscht man nicht in den Wechselstuben rund um den Altstädter Ring, sondern hebt es am Automaten einer Bank ab oder zahlt gleich mit Karte, was fast überall möglich ist. Und beim Essen genügt es, eine Straße vom Altstädter Ring wegzugehen, um für dasselbe Gericht spürbar weniger zu bezahlen.
Fazit
Der günstigste Prag-Trip beginnt im Kalender. Wer die Wintermonate oder den November wählt, unter der Woche reist, früh bucht und außerhalb des Zentrums übernachtet, bekommt eine der schönsten Städte Europas zu einem Preis, der für ein deutsches Wochenende kaum reichen würde. Und das Beste daran ist, dass man dabei nichts verpasst, sondern die Stadt sogar ruhiger erlebt als alle, die im Advent in der Schlange am Glühweinstand stehen.